Asse-Wanderbild geht nach Hannover

Leihgabe des Vereins „aufpASSEn“

In der niedersächsischen Staatskanzlei hängt jetzt ein Gemälde aus Wolfenbüttel. Bei seinem Besuch in der Asse 2-Begleitgruppe (A2B) nahm David Mc Allister das Asse-Wanderbild entgegen, auf dem die Malerin Christa Jarzombeck die Situation des maroden Bergwerks thematisiert hat. Der Ministerpräsident versprach, das Gemälde in seinem Büro aufzuhängen.

Ein Geschenk ist es gleichwohl nicht, wie Jörg Röhmann betonte. Der Landrat als Sprecher der A2B gab es vielmehr als Leihgabe im Auftrag des Vereins „aufpASSEn“, dem das Bild gehört, nach Hannover.

„Es soll ein Wanderbild sein, das wir quasi als Staffelstab immer weiter geben wollen.“ In der letzten Zeit hing das Bild im Büro des Landrats. „Wenn wir es vom Ministerpräsident zurückbekommen haben, geht es auf Wanderschaft durch alle Samtgemeinden“, kündigte er an. Röhmann hatte im Vorfeld der Übergabe große Sympathie für das Gemälde geäußert. „Ich finde es ganz toll, wenn sich jemand, der kreativ ist, Gedanken macht und so ausdrucksstark wesentliche Dinge der Region verknüpft“, sagte er im Rahmen der Übergabe der Künstlerin und Dr. Ursula Kleber, die die Leihgabe als Mitglied der Asse 2-Initiative angeregt hatte.

„Die Menge auf etwas aufmerksam machen heißt: dem gesunden Menschenverstand auf die Spur helfen.“ Dieses Zitat Lessings soll die Botschaft des Gemäldes von Christa Jarzombeck verdeutlichen. Nachdem sie angesprochen wurde, für eine Ausstellung ein Bild zum Thema Lessing zu malen, wollte sie seine Worte mit den aktuellen Problemen um den Atommüll verbinden.

Da das Thema des Atommülls in der Asse sie und auch ihren Mann sehr beschäftigt, wollten sie mit Hilfe des Bildes die Öffentlichkeit zum Nachdenken anregen. Die Hobby-Künstlerin selbst kann „die Gleichgültigkeit der Leute in der betroffenen Umgebung“ nicht verstehen: „Vielleicht wollen sie einfach nicht sehen, wie ernst das Thema Atommüll ist. Es wird auch unsere nachfolgenden Generationen noch beschäftigen.“

Um auf diesen Aspekt aufmerksam zu machen, brachte Jarzombeck ein Bild ihres Enkels mit in das Kunstwerk ein. „Die Fässer in der Asse bergen eine große Gefahr, derer sich viele nicht bewusst sind“, sagt die Künstlerin und erklärt weiter: „Für diese Gefahr steht die Farbe Rot, das Weiß für das Salz, welches früher in der Asse abgebaut wurde, und die blaue Welle für das Wasser, das in die Kammern eindringt.“

Nachdem das bereits im Jahr 2009 gemalte Bild auf mehreren Ausstellungen war, wurde es von Margret Toepfer entdeckt, der Vorsitzenden des Vereins „aufpASSEn“. Sie erwarb das Kunstwerk für den Verein und übergab es dem Landkreis als Leihgabe. Dort soll es jetzt als Wanderbild umher gehen, nachdem es zunächst für vier Wochen in der Staatskanzlei beim niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister gehangen hat. „So wird das Bild der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und genau das wollte ich!“ Inzwischen gibt es das Gemälde auch in Form von Postkarten gedruckt so soll es nach Plänen des Vereins einem großen Publikum präsentiert werden und soll helfen, den Menschen die Augen zu öffnen.