Bohrung erreicht Einlagerungskammer 7

Pressemitteilung der Asse GmbH

Der folgende Beitrag ist eine Pressemitteilung der Asse GmbH:

Die Mitarbeiter der Asse-GmbH haben im Rahmen der Faktenerhebung am Freitag, den 7. Juni 2013, die Einlagerungskammer 7 auf der 750-m-Sohle erreicht: Nach rund fünf Wochen und 23,00 m traf der Bohrer Strukturen an, die als stark zusammengepresster Versatz in der Einlagerungskammer zu deuten sind. Als nächster Schritt werden Gasproben entnommen, die Aufschluss über die Atmosphäre in der Kammer geben sollen.

Der Kammerhohlraum um die eingelagerten Fässer ist während der Einlagerungszeit mit Salzpulver gefüllt worden. Erkenntnisse über eine mögliche radiologische Belastung dieses Salzpulvers sind wichtig für das weitere Vorgehen im Rahmen der Faktenerhebung.

Die Asse-GmbH hat die Bohrarbeiten am 30. April 2013 gestartet. Die Bohrung hat zunächst das Verschlussbauwerk durchstoßen, danach führte sie seitlich davon auf die Kammer zu. Die Bohrarbeiten wurden von umfangreichen Untersuchungen begleitet. Die Bohrung wurde regelmäßig mit einer Kamera untersucht. Mit Radarmessungen wurden das Verschlussbauwerk und der Kammerzugang weiter erkundet. Außerdem wurden Gasproben genommen, um festzustellen, ob sich explosive Gasgemische darin befinden. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass keine explosionsfähigen Gasgemische vorliegen. Weiter wurde geprüft, ob durch Risse im Salzgestein radioaktive Stoffe eingedrungen sind und sich dort abgelagert haben. Auch dies konnte bislang ausgeschlossen werden.

Mit den Bohrungen und dem späteren Öffnen zweier Einlagerungskammern sowie dem probeweisen Bergen von Abfällen soll herausgefunden werden, ob die Rückholung aller Abfälle möglich ist. Die Rückholung der Abfälle ist nach derzeitigem Wissen die einzige Möglichkeit, das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle nach den Maßstäben des Atomgesetzes sicher zu schließen.

Die Erste der geplanten Bohrungen in die Kammer 7 startete im Juni 2012 und führte schräg an den äußeren, oberen Rand der Kammer. Die technisch komplexe Bohrung wurde als Erste ausgewählt, da dadurch mehrere Ziele erreicht werden können. Da die Kammer nach der Einlagerung vollständig mit Salzpulver verfüllt worden ist, war es möglich, dass es an dieser Stelle noch einen kleinen Hohlraum gibt. Dieser hätte dann auf Radioaktivität untersucht und Informationen über den grundsätzlichen Zustand der Abfälle in der Kammer geben können. Außerdem soll aus Sicherheitsgründen gewährleistet werden, dass keine Abfälle direkt getroffen werden.

Ob ein Hohlraum am oberen Rand noch vorhanden ist, war vor Beginn der Bohrung unklar. Die Kammerdecke und ihr Verlauf waren in der Vergangenheit nur rudimentär dargestellt und nicht so genau wie heute üblich dokumentiert worden. Die letzten Vermessungen fanden vor über 30 Jahren statt, wobei die Höhe der Kammerdecke lediglich an einem Punkt in der Mitte der Kammer vermessen worden ist. Es gibt auch in diesem Teil des Bergwerks starke Verformungen, durch die sich das Salzgebirge und die Kammern über die Jahre „bewegen“.
Ergebnisse der ersten Bohrung

Im laufenden Verfahren der ersten Bohrung wurde die Bohrlochlänge mehrfach vergrößert, um mit zusätzlichen Radarmessungen den weiteren Verlauf der Kammerdecke zu ermitteln. Die erste Bohrung hat unter anderem folgende Ergebnisse geliefert:

  • Die Decke der Einlagerungskammer hat sich abgesenkt. Die bis dahin vorliegenden wenigen Informationen zum Kammerverlauf konnten durch die Bohrung revidiert werden.
  • Mit Radarmessungen wurde die Umgebung der Kammer untersucht. Es gibt jetzt erstmals genauere Angaben, wie die Kammerdecke verläuft.
  • Die Atmosphäre im Bohrloch wurde beprobt. Es wurden keine explosionsfähigen Gasgemische entdeckt.
  • Es wurde nachgewiesen, dass das Salz aus der Bohrung über den gesamten Bohrlochverlauf keine Kontamination aus den Abfällen aufgenommen hat.
  • Es ist nun bekannt, wie das Bitumen im Verschlussbauwerk tatsächlich beschaffen ist und wie das Verschlussbauwerk vor der Einlagerungskammer genau aufgebaut ist.

Durch das Absinken der Kammerdecke ist unter Umständen kein Hohlraum mehr in der Kammer vorhanden.

Anhand der bei den Radarmessungen erhaltenen Informationen über den tatsächlichen Kammerverlauf ist die zweite Bohrung vorbereitet worden.